Montag, 13. September 2010

Neue Objektive von Nikon: 85 mm 1,4 AF-s


Weil ich unbescheiden bin, habe ich mir nicht nur das 28-300 VR zum Testen ausgeborgt, sondern auch das neue 85 mm 1,4 AF-s. Ach ja und auch noch das 45 mm Pc-e aber das ist eine andere Geschichte.

Ich besaß einige Zeit das 85 mm 1,4 Ai-s, also die manuelle Version dieses Objektivs. Mechanisch ein Traum, aber bei offener Blende bis Bl 2,8 leider recht starke Überstrahlung, die einem Weichzeichnereffekt ähnelt. Außerdem schwer zu fokussieren, denn bei Blende 1,4 ist der Schärfebereich sehr schmal.


Nikon D3, 85 mm AF-s, 1600 Iso, f 1,4, 1/50 sec

Das neue Objektiv ist hier eine mehr als deutliche Verbesserung, denn schon bei offener Blende ist die Qualität sehr gut, ohne Überstrahlungen und mit wunderschön weichem Bokeh (Unschärfe des Hintergrunds). Der Autofokus ist schnell und präzise.
Massiv mit großer Sonnenblende (Plastik).

Eigentlich eine perfekte Optik für Porträt und bei schlechten Lichtverhältnissen. Doch die Naheinstellgrenze von 85 cm (gleich wie bei den Vorgängern und um 10 cm besser als bei dem Canon 85 mm/1,2) ist meiner Meinung nach nicht ganz ausreichend, um Gesichter formatfüllend abzulichten.

Neue Objektive von Nikon: 28-300 VR Superzoom für Vollformat


Vorab ein paar Anmerkungen:
Zur Verfügung gestellt von NPS Nikon Wien habe ich diese neue Objektiv für eine Woche testen können.
Getestet wurde das Objektiv auf meiner D3x vom Stativ (Gitzo Carbon mit Markins Kugelkopf) mit Spiegelvorauslösung und Kabelauslöser.
An pixel peeping bin ich nicht sonderlich interessiert, ich mache immer eine Testserie mit einem neuen Objektiv von meiner Terrasse aus in Richtung Kirche und benutze die Ziegelwand meines Nachbarn als Fokuspunkt. Hier sehe ich sehr schnell, ob ein Objektiv gröbere Probleme hat. Wenn es OK ist nehme ich es einfach auf ein paar Fotoshootings in meiner Umgebung mit, also ein Praxistest.


Peilstein, Nikon D3X, Gitzo Stativ, 28-300 VR


Kurz gesagt ist es erstaunlich, das Nikon in so ein relativ kompaktes Objektiv diesen weiten Zoombereich hineinpacken konnte, ohne gröbere Kompromisse bei der Bildqualität. 
Im Weitwinkelbereich muß man schon auf Bl 8 abblenden um die Ränder scharf zu bekommen. Zentral ist es aber immer gut. Beim Kontrast ist es ein wenig flauer, als das 24-70/2,8. Nur bei 50 mm ist die Schärfe an den Rändern nicht so gut, auch wenn abgeblendet wird. Ein typisches Verhalten von Superzooms, das nicht alle Brennweiteneinstellungen gleich gut sind. Von 70 mm aufwärts ist es nicht ganz vergleichbar mit meinem 70-300 VR, das auch an der D3x noch brauchbare Ergebnisse liefert (aber beim Vergleichstest kamen Schwächen beim 70-300 heraus, die ich nicht ganz erklären kann- muß das Objektiv wohl beim Nikon Service testen lassen). Bei nur geringem Mehrgewicht (800 g gegen 745 g) also ein sehr universelles Objektiv für das Vollformat. An einer D700 macht sich das Objektiv sehr gut und ist für Reisen eine gute Wahl.
An der D300 wirkt das 28-300 VR jedoch etwas klobig, wiewohl die Kombination mit der 10-24 mm DX Optik eine reizvolle Kombination abgibt, die 16-450 mm effektiv abdeckt. Sinn macht eine FX (Vollformat) Optik an einer Kamera mit DX Sensor sehr wohl, da die Schwächen am Rand bei offener Blende, die in FX auftreten, praktisch wegfallen.
Die Verarbeitung des Objektivs ist gut, nur das Klappern der Plastiksonnenblende nervt. Der Zoomring ist etwas schwergängig, was aber Zoomcreep gut verhindert. Autofokus ist recht schnell, aber natürlich nicht so gut wie beim 70-200/2,8.
Bei 200 mm ist es schon bei der minimalen Bl 5,6, da ist das 70-300 etwas lichtstärker.
Bei 300 mm und offener Blende starke Randabdunklung.
Naheinstellung über den gesamten Zoombereich bei 0,5 m, das wird im Telebereich aber durch drastische Brennweitenverkürzung erreicht, sodaß der Abbildungsmaßstab nur ein wenig besser ist als beim 70-300 VR.

Fazit: eine gute und universelle Optik, die sich immer dort anbietet, wo man mit wenig Fotogepäck unterwegs sein will. Denkbar ist zb. auch für Städtereisen diese Optik mit einem Pc-e 24 mm zu kombinieren.

soo klein und schon ein Stativ

Angeregt durch Klaus-Peter, dem Besitzer von "Imagebroker", der mir bei einer gemütlichen Wanderung durch die Weinberge bei Falkenstein, sein klein zusammenlegbares Gitzo Stativ gezeigt hat, bin ich auch auf die Suche gegangen nach so einem Rad und Wanderstativ. Fündig wurde ich dann bei der Firma Benro, deren Gimbal Heads ("Bügelneiger") ich verwende und für sehr gut halte und das noch zu einem äußerst günstigem Preis.
So fand ich auch bei Amazon das Travel Angel C-068 inkl Kopf B-00 um 329.-€. Durch die um 180 Grad schwenkbaren Stativfüße ergibt sich ein Packmaß von nur 35 cm bei einem Gesamtgewicht von ca 950 Gramm inkl. Kugelkopf (Carbonausführung). Benro typisch in sehr guter Verarbeitung, mit Kameraplatte inklusive und Arca Swiss kompatiblen Schnellverschluß !

Gedacht sind solche Stative natürlich nicht für große DSLR Kameras, aber zb. eine Nikon D3100 mit 18-55 VR Objektiv oder 18-105 VR wiegt so zwischen 750 und 900 g, was die maximale Belastung von 2 kg bei weitem nicht ausreizt. Auf sommerlichen Bergtouren, oder unserem Hüttendienst auf der Gloggnitzerhütte ist solch eine Minimalausrüstung ideal. Denn wenn doch ein schönes Motiv auftaucht, bin ich dafür mehr als ausreichend gerüstet.
Ich weiß, die D3100 kommt erst auf den Markt, aber die technischen Daten sind schon da und mit der D60 habe ich es ähnlich gemacht. An dieser Kamera hat jetzt mein Schwiegervater seine Freude.

Für Freunde der Makrofotografie noch ein Tip: Das Setobjektiv 18-105 VR ist mit einem mittleren Zwischenring (3er Set zb. von Soligor) sehr gut auch im Nahbereich zu verwenden. Noch das billige 55-200 VR dazu, und man hat einen Brennweitenbereich von 28-300 mm abgedeckt.
Wer es ganz leicht haben will, mit dem 18-55 ergibt sich dann ein Gesamtgewicht von ca. 1100 Gramm ! 14 MP Kamera mit full Hd video, und Sucher + Liveview, .......
Ein Grund, warum mich noch leichtere Systeme wie die von Olympus oder Sony nicht so reizen, ist der fehlende Sucher, bei der Nex Serie auch der fehlende eingebaute Blitz. Und wer jetzt die Nase rümpft ob dieser Plastiklinsen, die sind so schlecht nicht. Nur sorgsam behandeln sollte man Sie, da das Plastikbajonett nicht so wiederstandsfähig ist und die Optiken sicher auch nicht pralle Sonne bei 60 + ohne Schaden aushalten würden.

Für die die es interessiert, normalerweise fotografiere ich mit einer D3x, aber mit 14 Mp ordentlich fotografiert ist für die meisten Anwendungen ausreichend und auch Bildagenturen haben meistens MP Grenzen um die 10 MP. 
Denn auch bei mir schlägt hin und wieder der innere Schweinewuff zu und dann ist so eine Minimalausrüstung besser als gar keine. Denn wie heißt es so treffend: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat".

Update: Und wie mein Eintrag bezüglich der Coolpix P7000 zeigt, geht es auch noch mit weit weniger Gewicht, gerade für lange Bergtouren eine überlegenswerte Alternative.