Samstag, 26. Dezember 2015

Kugelkopf Arca Swiss Monoball p0

Für mich ist ein Produkt gut durchdacht, wenn es möglichst wenig Knöpfe, Tasten oder Hebeln hat und trotzdem gut zu Bedienen ist.
Im Falle eines Stativkopfes muss natürlich auch noch die Stabilität gut sein, ein gutes Verhältnis von Eigengewicht zu Haltegewicht. Im Falle des hier vorgestellten Arca Swiss Monoball p0 ist das 390 gr. zu 20 kg. Es handelt sich hier um eine spezielle Konstruktion, die den “normalen” Kugelkopf um 180 Grad dreht, daher die Kugel ist mit dem Stativ verbunden. 



Der Vorteil ist, das eine zusätzliche Panoramaplatte unnötig wird, denn wenn der Kopf nivelliert ist, ist auch die Anschlussplatte ausgerichtet.



Zum Vergleich: Mein Markins Kugelkopf Q10 hat 2 Einstellknöpfe + 1 Einstellrad. Einen kleinen Knopf unten um den Kopf um 360 Grad zu drehen, den großen Knopf zum Festziehen der Kugel und im großen Knopf integriert das Einstellrad für die Friktion. Dazu kommen noch zwei Knöpfe der Panoramaplatte von RRS, einer für die (nivellierte) 360 Grad Rotation und einer zum Fixieren der Kamera.
Beim Monoball p0 sind es nur drei Bedienelemente insgesamt, ein kleiner Hebel für die 360 Grad Rotation, eine Knopf zum Fixieren der Kamera und ein großer Drehring der die Kugel fixiert. Vor allem der große Drehring ist viel angenehmer zu bedienen als ein Einstellknopf, da der Drehring umlaufend ist, also nie in einer “falschen” Position sein kann. Dieser Kugelkopf ist also viel intuitiver zu bedienen und dabei sehr leicht und trotzdem stabil. Auch der Preis ist nicht zu hoch. Einziges Manko ist, das Arca Swiss versucht mit dem “Monoball Fix” Kameraplatten ein zu den classic Arca Swiss Kameraplatten inkompatibles System zu etablieren. Die Platten des Fix Systems sind nämlich schmäler, daher L-Schienen von Herstellern wie RRS würden nicht passen. Am besten ist, man kauft den Monoball ohne Schnellwechselplatte und besorgt sich dann eine passende selbst. Das kann eine Novoflex Q-Mount Schnellwechselplatte sein oder weit billiger jede 60 mm Schnellwechselplatte (rund) die bei eBay ab 20.-€ angeboten wird.
Der Neigebereich ist mit ca. 35 Grad ausreichend, 90 Grad sind natürlich auch möglich wie bei jedem anderen Kugelkopf an einer Stelle (Kerbe). Wer allerdings an seiner Kamera keine L-Schiene verwendet tut sich nichts Gutes, denn bei Hochformataufnahmen bringt eine L-Schiene einfach mehr Stabilität.

Einen sehr umfassenden Test von Kugelköpfen gibt es bei Traumflieger: http://www.traumflieger.de/desktop/ballhead/ballheads.php

Donnerstag, 19. November 2015

It´s the light, Stupid!

I do not want to insult anyone, but with the introduction of “Art” Lenses from Sigma or the “Otus” line from Zeiss and the praise for this lenses in many online sources form Dpreview to "diglloyd" you get the feeling that this is the way you have to go if you want to make really good fine art landscape photos. But this  nice picture at diglloyd´s blog with the praise of the Otus lens wide open at f1,4 shows for me the misconcept about this: Why should anyone make a landscape photo at f1,4? The foreground will be unsharp, no matter what, thats optical laws. And in my opinion landscape pictures live from sharpness,  from depth of field.
This article, called “The stitched counter revolution to Bokeh” is about what I want to express.

If the light is not right, no magic lens will save your day! Do you really think that a picture like “Seljalandfoss at dawn” will have been better if it was shot with a Art or Otus lens?



Nikon D3x and 16-35 f4 zoom lens @ 17 mm F9 and 0,5 sec, Carbon Fiber Tripod

The best lens paired with the best high resolution camera might get you a bigger print, so if you make exhibitions with pictures many feet wide, this might be the way to go for you. But the best pictures printed big I know are from this couple: http://popphackner.com
Guess what, they make their pictures with Toyo field cameras and 4x5 sheet film. Certainly also a kind of high resolution approach.
For me landscape photography is about the magic of light and the truth is, any contemporary lens stopped down a bit will get you good results. In truth it is more about the right moment and proper technique.
Do not fret about buying new gear, go out and shoot!

Sonntag, 15. November 2015

Arca Swiss Multitools

Oder was man alles aus ein paar Einzelteilen so zusammenschrauben kann:
20151114_HAN2199

A) Zwei verschiedene L-Winkel:
 20151114_mont2
Einen Gimbal Kopf:
20151114_HAN2205
20151114_HAN2206
Ein Gimbal Kopf hat die Aufgabe die Kamera frei nach zwei Achsen zu schwenken, möglichst so austariert das die Kamera in der Schwebe bleibt.
Das ist bei langen Ansitzen auf Tieren sinnvoll und angenehm. Allerdings sind nur die schwersten Gimbal Köpfe für Langzeitbelichtungen bedingt geeignet.
Beim Gimbal Kopf geht es mir primär um Beweglichkeit gepaart mit kurzen Verschlusszeiten. Diese Konstruktion ist für ein Gewicht von bis zu 2kg gut geeignet.

Einen Nodalpunktadapter:
20151114_HAN2211
Eine Makroschiene:
20151114_HAN2214
Eine Stativschelle
für das 70-200 f4 oder das 300 mm f4 PF hier mit einer zusätzlichen Befestigung an der Kamera:
20151114_HAN2209

Wenn man Telekonverter oder Zwischenringe verwendet ist bei kritischen Zeiten wie 1/15 sec ein “Zusammenschrauben” von Objektiv mit Kamera nötig um Verwacklung zu vermeiden.
Zwei Bajonette haben einfach zu viel Spiel und erzeugen dadurch Instabilität.
Die kurze Arca Swiss Platte an der Stativschelle wird beim Gimbal Kopf verwendet oder eben als ganz normale Stativschelle für das 70-200 f4.
Ein paar kleinere Modifikationen waren nötig um die Teile untereinander austauschbar zu machen. Die Teile sind recht günstig über ebay erhältlich.
Abgesehen vom befriedigten “Basteltrieb” macht z.B. auf Flugreisen ein solches Set durchaus Sinn,  da das Handgepäck immer mehr Gewichtsbeschränkungen unterworfen ist. Für jeden Spezialfall einen eigenen Kopf, ein eigene Makroschiene oder eben einen Nodalpunktadapter mitzunehmen, da hat man schnell 2kg und mehr im Gepäck. Die hier gezeigten Teile wiegen gerade einmal 250 Gramm.
Für schwere Kamera/Objektivkombinationen ist so etwas natürlich nicht gedacht, aber mit dem hier abgebildeten 70-200 f4 + 1,4x Telekonverter und einer Nikon D800 funktioniert das tadellos.

Ein Bodenstativ:


Kugelkopf nimmt man den, den man dabei hat.

Samstag, 19. September 2015

Von 3:2 Seitenverhältnis auf 4:3 beschneiden

Oder warum es Sinn macht vom nativen 3:2 Format bei digitalen SLR auf 4:3 Format zu beschneiden.
In der anaolgen Foto-Zeit habe ich mit Mamiya 645 und Mamiya 7 gearbeitet, also mit Kameras die mehr quadratische Formate hatten als das Kleinbild Format. Gerade bei Hochformat Aufnahmen finde ich das 3:2 Format meist zu hoch, aber auch bei Querformat bevorzuge ich eigentlich entweder 4:3 oder als Kontrapunkt gleich ein Panoramaformat.
Die Sony Rx-100 Serie macht im RAW nun etwas sehr cleveres: Wenn man 4:3 als Seitenverhältnis einstellt, wird dies am Bildschirm oder im Sucher auch so angezeigt, auch das RAW file ist in Lightroom richtig beschnitten, aber wenn man das Freistellungswerkzeug aktiviert, sieht man wieder das gesamte Bild im 3:2 Format. Man kann also nachträglich den Beschnitt ändern, so man das Bild an den Rändern nicht perfekt ausgerichtet hat. Um Speicherplatz zu sparen stelle ich heute keinen solchen Beschnitt mehr ein, es geht rein um Vorlieben bei der Bildgestaltung. So gesehen verwende ich auch das 5:4 RAW Format bei meiner Nikon D800 kaum, hier ist der Beschnitt nämlich permanent. Die D800 wird trotz des kleineren RAW files nicht schneller, erzielt also keine höhere Bildfolge, das geht nur bei einem 1,5 x Cropfaktor, was durchaus bei Tieraufnahmen sinnvoll sein kann.
Das Seitenverhältnis ist wie gesagt Geschmackssache, manche bevorzugen 3:2 oder sogar 16:9. Ich habe bei der Projektion von Multimediashows eine Canon Xeed SX60 Projektor im Einsatz, der hat nativ ein 4:3 Format mit 1400 px lange Seite. Würde ich nun 4:3 Bilder auf einem Full HD Projektor anzeigen, der Auflösungsgewinn wäre gerade einmal 40 px auf der langen Seite, macht für mich also überhaupt keinen Sinn, umgekehrt für Freunde des 3:2 Formats ist ein HD Projektor die bessere Wahl, da diese ja nativ ein Seitenverhältnis von 16:9 haben.
Über die Sony Rx-100 bin ich jetzt dazu übergegangen, das auch bei meinen Nikon D800 umzusetzen. Leider gibt es keine Matscheiben, die 4:3 Linien haben, deswegen war ich dann so mutig, habe die Mattscheibe ausgebaut und mit einem dünnen schwarzen Edding Stift mit den 4:3 Seitenlinien versehen. Das Ausbauen der Mattscheibe ist möglich, aber eine ziemliche Fummelei. Für den Live View ist es einfacher, natürlich könnte man auf dem Bildschirm auch wieder einfach schwarze Linien anzeichen, die verwischen sich aber schnell. Besser ist es aber eine Displayschutzfolie herzunehmen und auf ihr mit einem scharfen Messer zwei feine Linien einzuritzen. Dann kann man das auch wieder leicht entfernen, wenn einem das nicht passt. Wer so wie ich oft Gebäudeaufnahmen entzerrt, hat mit dem Arbeiten im 4:3 Format (aber Aufnehmen im 3:2 Format) noch einen weiteren Vorteil:
Originale Aufnahme:
20150724_CHR1809
Entzerrte Aufnahme:
20150724_CHR1809
Nach dem Freistellen ergibt sich ungefähr ein 4:3 Format

Und noch ein Vorteil: Die Ränder sind immer der schwächste Bereich, dort wo die Fehler eines Objektives am meisten sichtbar werden. Diese zu beschneiden ist also auch ein Vorteil.

Downgrading Nikon D800 zu D750

Wie man schon in meinem Artikel zur Sony a6000 lesen kann: http://blitzchris.blogspot.co.at/2014/12/sony-alpha-6000-wie-klein-kann-eine.html
Ich mache mir immer (zu) viel Gedanken über meine Ausrüstung, allerdings als Berufsfotograf ist es bis zu einem gewissen Punkt auch unvermeidlich up to date zu bleiben.
So verfolge ich derzeit natürlich auch die Diskussionen und Testberichte rund um die Sony a7 RII, denn jeder Fotograf (außer die wirklich masochistisch veranlagten) wird nicht böse sein, wenn die Ausrüstung immer leistungsfähiger, flexibler und auch noch leichter wird!
Maus-Schleppkamera
Beim Sony System liegt aber die Tücke im Detail, denn ein Akku hält einmal gerade 300 Aufnahmen durch, bei Nikon je nach Verwendung des Bildschirms bis zu 1200 Aufnahmen. Die Sony a7RII ist eigentlich schon zu klein, vor allem mit größeren Objektiven, da ist der Batteriegriff schon fast Pflicht. Die Objektive sind bis auf wenige Ausnahmen (35 mm f2,8) gleich schwer wie bei Nikon/Canon. Das Gewichtsargument kann man also meist beiseiteschieben. Wenn man bei Geizhals.at nach Fixbrennweite, unter 500 g., Vollformat und AF Motor sucht, gibt es 7 Objektive für die Sony. Man kann dann eine Brennweite von 25 mm bis 85 mm abdecken. Bei Nikon mit den gleichen Kriterien geht es immerhin vom 16 mm Fisheye über das 20 mm bis zu 90 mm (1:1 Makro von Tamron) und die Auswahl dazwischen ist auch größer. Fixbrennweiten deswegen, da bei +/- 40 MP Kameras Zoomobjektive eigentlich nicht mehr viel Sinn machen, außer man arbeitet im hohen Iso Bereich und rechnet die Bilder stark herunter. Aber da ist es wohl besser gleich die Sony a7s II mit “nur12 MP” zu verwenden.
Ein etwas anderer Testbericht (auf Englisch) der Sony a7R II  ist übrigens sehr lesenswert: http://petapixel.com/2015/08/24/42-megapixels-of-garbage-an-unconventional-review-of-the-sony-a7r-ii/
Grundsätzlich ist jeder Ausrüstungswechsel sehr aufwendig, da man ja die alte Ausrüstung verkaufen muss, die neuen Geräte (Kamera, Objektive, Zubehör) kaufen sich auch nicht von selbst und auch die Bedienung ist neu zu lernen. Man sollte sich also einen Markenwechsel reiflich überlegen. Wegen ein paar Gramm Gewichtsersparnis hat das keinen Sinn. Wie schon in meinem Sony a6000 Artikel erwähnt, Gewicht lässt sich beim Fotorucksack und der Outdoor Kleidung viel besser und auch billiger einsparen. Ich gehe auf Schitouren in mittleren Höhenlagen z.B. nur mehr mit einer sehr leichten Gore Tex Jacke und einer ultraleichten Daunenjacke statt dickem Pullover und schwerer Winterjacke, nehme keine dicke Geldbörse mit, habe nun endlich ein Smartphone das ordentlichen GPS Empfang hat (Sony Xperia Ultra), kann also auf mein Garmin 60 Gps Gerät verzichten. Wenn man nachdenkt, ergeben sich viele Möglichkeiten Gewicht zu sparen, ohne dass man gleich wie ein “Badeschlapfen” Tourist unterwegs ist. Wenn leicht, dann gleich eine kleine Kamera wie die Sony Rx-100 Serie, da spart man wirklich Gewicht und die macht auch verdammt gute Fotos.
20150716_CHR0542 Auch diese “Mückenattacke” hat die Sony Rx-100 gut überstanden, Ordesa Tal, Spanien

Aber warum immer nur “upgrading”? Downgrading hat ja vielleicht auch Sinn. Ein Beispiel aus einem anderen männlich-emotionalen Bereich: Autos. Je älter die Fahrer werden, desto größer (und teurer) werden die Autos. Bei uns ist auch ein PKW Neukauf nötig gewesen, vieles angesehen, auch Geländewagen wie den Dacia Duster oder geräumige Autos wie den Renault Kangoo. Wäre ja praktisch, wenn man im Winter keine Schneeketten braucht, die Fahrräder im Auto transportieren kann, … Gekauft haben wir einen Hyundai i20 (Nachfolger unseres “Getz”), einfach deshalb weil der noch so in die Garage passt, dass ich auch noch in die Werkstatt durchkomme. Größere Autos hätten einen teuren Umbau der Garage verursacht und auch 4000-8000.-€ mehr gekostet. Das mit den Schneeketten ist sowieso eine Ausrede, die brauche ich meist einmal im Jahr und dann ist es gut, dass ich sie verwende, denn runter würde der Allrad ohne Schneeketten genauso in den Graben rutschen wie ein “normaler” PKW. Und das mit den Fahrrädern habe ich als Bastler auch lösen können. Einfach die Rückbank im i20 abmontiert (15 min.) und eine Holzplatte montiert und schon passen zwei Fahrräder (mit abgenommenen Vorderreifen) hinein. Arbeitsaufwand gleich wie mit Fahrradträger außen, denn den muss ich ja erst mal montieren.

Nur um klarzustellen, wenn ich zu viel Geld hätte, würde ich wohl auch irgendeinen schönen Oldtimer Sportwagen fahren, aber so muss halt die Vernunft zuerst kommen.
Downgrading bei der Kameraausrüstung ist einmal Beschränkung auf wesentliche Brennweiten, früher waren 28, 50 und 135 mm ausreichend, heute will man oft alles vom Fisheye bis zum Supertele abdecken. Ich als Berufsfotograf mit sehr wechselnden Aufträgen und Projekten habe da noch eine gute Erklärung (Ausrede) für mein umfangreiches Objektiv Arsenal, für den Hobby-Fotografen sollte aber 24-200 mm voll ausreichen. Mit Zooms lässt sich das zwar leicht erreichen, aber bei hochauflösenden Sensoren sind Fixoptiken die meist bessere Wahl. Daher erster downgrading Schritt: Nicht über 24 MP gehen und kein schweres Profigehäuse, zweiter Schritt, wenige, aber gute Objektive verwenden.
20150918_7500990pan7 Peilsteinhaus, Nikon D750 mit Af-S Nikkor 35 mm f1,8@5,6 Iso 400, 7 Teilbilder in PS zusammengesetzt

Profigehäuse wie bei Nikon die D3-Serie habe ich früher sehr gerne verwendet, als ich noch Sportfotografie gemacht habe war das auch sinnvoll. Aber neben dem Gewicht haben Nikon Profigehäuse von der D4 bis zur D800 und D810 noch einen weiteren Nachteil: sie sind umständlicher zu bedienen. Das Umstellen von “stativ” auf “action” Fotografie ist da bei Nikon nur mit mehreren Tastendrücken zu bewerkstelligen, beim D750 Gehäuse geht das schneller über die “User” settings. Die Profi Gehäuse sind natürlich auch teurer. Das Mehr an Megapixel ist auch so eine überschätzte Sache. Da es sich bei den MP um eine exponentielle Funktion handelt, ist der Qualitätsgewinn geringer als man denkt, für die theoretische doppelte Auflösung braucht man die 4x MP Zahl! Also z.B. von 12 MP auf 48 MP und das nur bei idealen Bedingungen wie hervorragende Optik, beste Technik (Stativ, Spiegelvorauslösung, niedrige Iso,…). Bei mir stellt sich zum Beispiel ein anderes Problem. Der GPS Empfänger geht bei der D800/810 vorne in die 10 pin Buchse, was die Verwendung meiner Shift Objektive fast unmöglich macht. Bei der D750 ist der GPS  Empfänger seitlich und damit durch eine L-Schien abgedeckt (geschützt) und auch nicht im Weg. Die D750 hat eingebautes Wifi, bei den Profigehäusen braucht man einen extra Empfänger, also einen sperrigen Teil mehr!
Das Klappdisplay (hochauflösend wie bei der D810) ist ein weiterer Bonus bei der D750, die Arbeit mit einer Sucherlupe ist dadurch weit einfacher, die nötige Stativhöhe geringer = mehr Stabilität oder leichteres Stativ möglich. Ein Klappdisplay ist weiters auch bei ganz tiefen oder hohen Aufnahmepositionen ein Vorteil. Der AF ist besser, bei hohen Iso mehr als eine Blende Vorteil zur D800 bezüglich Bildrauschen. Zwei SD Kartenschächte, also kein Mischmasch mit SD-CF Karten mehr. Kleinere RAW Dateien brauchen auch weniger Speicherplatz und sind schneller auf dem Computer zu bearbeiten, bei einer 40MP + Kamera kann es leicht sein, dass man einen neuen Computer gleich dazukaufen muss. Ich finde eigentlich nichts, was den Kauf einer D810 sinnvoll macht und ehrlich gesagt, das überrascht mich. 
Sogar der optische Sucher ist gleichwertig, zwar kein rundes Okular, daher auch kein Schraubanschluss für Zubehör wie Winkelsucher möglich, aber das braucht man ja wegen dem Klappdisplay sowieso nicht.
Zwei kleine Mankos sind mir dann doch noch aufgefallen: Kein Live View mit Split Screen möglich (wäre ideal bei Shift/Tilt Aufnahmen) und kein Verschluss für das Okular gegen Streulicht, was sich aber mit einem Stück Stoff (z.B. schwarzes Microfasertuch) auch vermeiden lässt. Und noch eines: “Einidrahn” wie es auf gut Wienerisch heißt kann man mit einer D4 oder einer D810 natürlich besser (einidrahn= angeben).


Displaylupe von Hoodman einfach und doch haltbar genug angebracht:
20150919_CHR5996
Zwischen der (provisorischen) L-Schiene und dem Gehäuse ist der GPS Empfänger zu sehen, der übrigens auch an der Coolpix A passt und auch eine Klinkenbuchse hat für einen Kabelauslöser. Der ist aber nicht nötig, denn der einfach IR Auslöser ML-L3 funktioniert mit der D750! Dass hier die anderen Schnittstellen durch den GPS Empfänger nicht mehr zugänglich sind, ist für mich kaum von Bedeutung, auch Dank des eingebauten Wifi. Die Displaylupe ist von Hoodman und zwar das 3” Modell, das auch passt, obwohl der Bildschirm 3,2” ist. Sie ist optisch gut und durch Drehen des Okulars kann man auch die Schärfe einstellen (Dioptrien Ausgleich). Mittlerweile verwende ich jedoch eine Displaylupe von "Kinotehnik", da diese durch eine Metallrahmen/Magnet Kombination schnell ab und angenommen werden kann. 
In meinem Fall wird es kein upgrade auf D810 geben sondern ein downgrade auf D750, eine Menge Geld gespart, fast halber Preis zu D810 (1750 zu 3200.-€) ich werde gleich zwei Gehäuse anschaffen, denn auf Reisen machen meine Frau und ich “Halbe Halbe”. Ein D800 Gehäuse bleibt noch in Verwendung, denn zwei (oder sogar drei) Gehäuse machen wegen des selteneren Objektivwechsel durchaus Sinn für mich, aber nur bei Aufträgen “vor Ort”, nicht auf Bergtouren.
Was wäre übrigens meine Traumkamera (inkl. Träger)?  Die Phase One XF mit Schachtsucher! Genauso unpraktisch wie ein Oldtimer Sportwagen, aber….genauso sexy.
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Automuseum Seppenbauer, bei Friesach, Kärnten

Freitag, 18. September 2015

Lightroom Staubflecken schnell entfernen

Zu den für mich unangenehmen Aufgaben bei der Bildbearbeitung zählt die Entfernung von Staubflecken, die vor allem auf einheitlichen Flächen wie einem wolkenlosen Himmel, gut sichtbar sind.
Ich bin nun auf eine Möglichkeit gestoßen, wie dass schnell und vor allem zuverlässig geht, ohne das man mühsam bei 100 % die ganze Fläche abfahren muss.
Dazu im Entwickeln Modus shortcut “Q” und “A” drücken, das öffnet die Bereichsreparatur und mit “A” wird “Bereiche anzeigen” angeklickt: Das Bild erscheint dann so in SW:




Wobei man einmal den Schieber unten in der Werkzeugleiste einstellen muss (eher nach rechts) und zwar so, dass der Himmel noch als schwarze Fläche erscheint, aber die Flecken sichtbar werden. Nun kann man schnell die Staubflecken (die Kreise) entfernen. Bei “Werkzeugüberlagerung” habe ich übrigens “nie” angeklickt, denn in 99% der Fälle macht das Lightroom richtig, ohne dass man die Kreise händisch verschieben muss. Die Kreisgröße lässt sich mit dem Scrollrad der Maus schnell verändern und "weiche Kante" habe ich so beim Wert 40 eingestellt.

Hier der screenshot “normal”:



Da sieht man nur den Staubfaden und die 3-4 größeren Staubflecken gut genug, andere würde man eben nur bei 100% erkennen, wobei da immer die Gefahr besteht, dass man den Bereich nicht komplett abfährt.

Mittwoch, 25. März 2015

Nikon D800 Auto Iso Reihe

Die Iso kann man bei der D800 in 1/3 Stufen, 1/2 Stufen und ganzen Stufen einstellen. 

Aber die Auto Iso Funktion ignoriert dies komplett, dadurch kann es zu vielen Zwischenwerten kommen, egal was man für Schrittweite bei Iso oder Blende und Zeit eingestellt hat. 
Das ist insofern ärgerlich, da man ja in Lightroom die Raw Bearbeitung für jeden Iso Wert individuell einstellen kann, also vor allem die Rauschunterdrückung bei höheren Iso Werten. Wer diese praktische Funktion aber wirklich nutzen will, muss alle folgenden Iso Werte einstellen:

25
50
100
*110
125
*140
160
*180
200
*220
250
*280
320
*360
400
*450
500
*560
640
*720
800
*900
1000
*1100
1250
*1400
1600
*1800
2000
*2200
2500
*2800
3200
*3600
4000
*4500
5000
*5600
6400

* Werte sind Zwischenwerte der Kamera, alle anderen ergeben sich aus ganzen, 1/3 und 1/2 Stufen.

Nicht vergessen, wenn man sich die Arbeit schon antut, jeden Iso Wert nicht nur als "Standardeinstellung" definieren, sondern auch als Voreinstellung extra abspeichern, dann und nur dann kann man diese Einstellungen auch auf einen anderen Computer transferieren.